Carpe Noctem

Carpe Noctem Podcast 16 Bundeswehr

Und dann war da noch dieser Sonntag, an dem ThoroughT sich Geschichten von der Bundeswehr anhören wollte .... und der Hollarius ihm welche erzählte. Einer der eher launigeren Podcasts.

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Kommentare  

  1. David sagt am Nov 18, 2013 @ 04:49 AM: Danke für die meiner Ansicht nach bislang großartigste Folge. Ich würde mich ja sehr freuen, wenn ihr in Zukunft in Erwägung ziehen würdet einen Flattr Button einzubinden und die Einnahmen in Audio Equipment zu investieren ;D
  2. Adi sagt am Feb 4, 2014 @ 04:08 PM: Meine Begründung für den Ersatzdienst. Wurde angenommen.

    Sie greifen unser Land an und sind als Armee unser Gegner. Doch der einzelne Soldat ? auf den ich schiessen muss ? ist nicht mein Feind. Er ist selber ein Opfer des Krieges. Er hatte vielleicht nicht die Möglichkeit einen zivilen Ersatzdienst zu leisten und steht mir jetzt gegenüber. Vielleicht sind wir uns schon irgendwo auf der Welt begegnet oder würden einander, wenn wir uns nicht in dieser äusserst existenziellen Situation befinden würden, gut verstehen oder Freunde sein. Doch jetzt haben wir beide einen Befehl. Die gegnerische Armee zu bekriegen. Wir täuschen uns gegenseitig, wir schiessen aufeinander. Kompanie gegen Kompanie. Eine kalte, fast schon berechenbare Sache. Der Mensch geht unter. Es bleibt von ihm nur ein blasser, schmutziger, lebloser Körper und eine Erkennungsmarke. Ich sehe wie sein Name war und muss feststellen dass er mit seinen 18 Jahren sinnlos in diesem Krieg gestorben ist.
    Dies waren meine ersten Gedanken, als ich in der ersten RS Woche mein Sturmgewehr in der Hand hatte und versuchte durch die Visiervorrichtung auf eine Kartonscheibe zu zielen, welche einem menschlichen Körper nicht unähnlich sieht. Doch mein Gedankengang wurde durch einen Befehl meines Ausbildners jäh unterbrochen, so dass in mir, bis zum jetzigen Zeitpunkt, eine leere zurückbleibt. Es wiederstrebt meiner Natur auf einen anderen Menschen zu zielen und ihn zu töten. Mein Oberwachtmeister meinte zu mir, dass ich davon ausgehen könne, dass diese Situation mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht eintreffen werde.
    Mir ist bewusst, dass ich die Situation nicht einschätzen kann, da ich zum Glück noch nie in eine Kriegsähnliche Situation geraten bin. Auch bin ich nicht grundsätzlich gegen den Einsatz von Gewalt als letztes Mittel zur Durchsetzung des Rechts. Doch wenn ich als Soldat auf einen gegnerischen Soldaten schiesse hat das nach meiner innersten Überzeugung nichts mit Recht zu tun. Denn der gegnerische Soldat wird wahrscheinlich nicht aus kriminellen Gründen unser Land angreifen und auf mich und meine Kameraden schiessen, sondern weil er dazu gezwungen wird. In der Konsequenz bedeutet das, dass ich es der Schöpfung, unseren Nachkommen und mir gegenüber nicht verantworten kann, als Soldat in einer Armee zu dienen.
    Mein Leben war schon von klein auf pazifistisch geprägt. Mein Ur-Ur-Grossvater ist im ersten Weltkrieg als deutscher Soldat in Rumänien gefallen. Er war nicht freiwillig da, sondern er wurde zum Kriegsdienst gezwungen. Mein Vater erkannte wie ich in der Rekrutenschule, dass er keinen Militärdienst leisten kann. Er hatte eine ähnliche Einstellung wie ich heute, zusätzlich aber auch eine absolute Abneigung gegen Autoritäten. Trotz dieses Hintergrunds war mir bis Zeitpunkt den ich oben durch meinen Gedankengang geschildert hatte, nicht vollständig bewusst, was es heisst in einer Armee als Soldat zu dienen.
    Ich hoffe sie können meiner Schilderung folgen, auch wenn sie kurz und knapp gehalten ist. Doch sie bringt die wesentlichen Punkte meines Gewissenskonflikts klar auf den Punkt.
    Ich kann nicht als Ada einen anderen Soldaten töten. Da er wahrscheinlich nicht aus freien Stücken handelt.
    Unter den Soldaten sind auch Kinder. Sie mögen volljährig sein, doch im Geiste sind sie noch Kinder. Dies stellt auch im zivilen Leben ein Problem dar, doch da muss meist kein Mensch mit dem Leben bezahlen.
    Die Erfahrungen welche ich in meinem Leben bis heute gemacht habe, zeigen mir, dass Krieg keinen Frieden bringen kann. Er kann Kurzfristig eine Eskalation verhindern, doch Frieden benötigt das Engagement eines jedes Menschen.
  3. Honda 1300 Coupe sagt am Aug 11, 2020 @ 07:51 PM: Honda 1300 Coupe

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